Mehrwert der Mehrsprachigkeit
Mehrsprachigkeit – ein Gewinn?
Es besuchen jene Kinder der HS 10 die Sprachenklasse, die noch nicht länger als zwei Jahre in Österreich sind, kein bis wenig Deutsch sprechen und daher noch keinen regulären Unterricht besuchen können. 20 SchülerInnen, 5 Lehrerinnen, 14 verschiedene Nationen, einige Kinder sprechen noch kein Wort Deutsch, andere drücken sich gern und offen aus, die meisten hören zu, schauen, versuchen mit der neuen Situation fertig zu werden. Ein Ziel der Sprachklasse war und ist es, den Schülern den Übertritt in ein für sie meist völlig konträres Schulsystem zu erleichtern.
Die Arbeit mit der Sprachenklasse ist Beziehungsarbeit, die auf allen zur Verfügung stehenden Ebenen abläuft und ablaufen muss. Diese Arbeit ist eine „in sich“ künstlerische Auseinandersetzung, weil Kunst „eine Sprache“ ist. In dieser Klasse wird „Sprache“ permanent auf allen Ebenen erprobt, da eine der vielen Sprachen – Deutsch – vermittelt werden will und dringend gesucht wird! Allen Kindern ist es das größte Anliegen Deutsch zu lernen. Auf diese Weise können sie ihre Identität und die vielfältigen Ebenen dieser Identität kommunizieren.
Beim Erstgespräch erzählten ein paar Lehrerinnen, sie arbeiten viel mit Bildern und Gegenständen. Aus diesem Grund stellte ich mich beim ersten Treffen mit den Kindern mit einem Koffer vor, der mit Gegenständen aus meinem Leben gepackt war. „Das bin ich“ … das ist mein Buch, mein Tee, meine Kerze, mein Tischtuch, meine Kamera, mein Mikrophon, ich bin Filmemacherin. Während der Zusammenarbeit nahmen auch die Kinder und die Lehrerinnen ihren „persönlichen Koffer“ mit und stellten sich vor. Zu unserem großen Erstaunen nahmen auch alle Kinder ein Lied und ein Gedicht aus Ihrer Heimat mit und präsentierten sich und ihre Sprache auf diese Weise. Die Lehrerinnen organisierten einen Kochtag, wo internationale Küche auf dem Programm stand, im Zeichenunterricht wurden Farben und Formen verschiedenen kulturell bedingt unterschiedlichen Symbolen zugeordnet.
Bei der Diskussion über das Thema: Ist Mehrsprachigkeit ein Gewinn wollte kein Kind in seiner Muttersprache sprechen, denn das wichtigste Anliegen der Kinder ist: Verstanden zu werden. Anzukommen in diesem Land, beim Anderen, Freunde zu haben.
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein kurzer dokumentarischer Film geworden.
Link: http://www.youtube.com/watch?v=jfsGZ8FEXl4
Ideengeber: Christian Kirchsteiger


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